Heinrich Böll – 25. Todestag des Schriftstellers

Heinrich Böll gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten der Bundesrepublik Deutschland, wobei ihn nicht nur seine literarischen Verdienste, sondern auch sein politisches Engagement auszeichnen.

Mit Werken wie „Ansichten eines Clowns“ oder „Gruppenbild mit Dame“ wurde er einem breiten Publikum - auch im Ausland - bekannt. Vielen deutschen Schülerinnen und Schülern sind seine Werke aus dem Unterricht vertraut.

Heinrich Böll in seinem Arbeitszimmer Bild vergrößern Heinrich Böll (© picture alliance/ dpa) Böll wurde 1917, im letzten Jahr des Ersten Weltkrieges in Köln geboren und wuchs in einer Handwerker-Familie auf, die Hungerzeit und Arbeitslosigkeit am eigenen Leibe miterleben musste.

Bereits 1936 begann er mit dem Schreiben und immatrikulierte sich drei Jahre später an der Kölner Universität. Im selben Jahr brach der Zweite Weltkrieg aus, der Werk und Leben des Schriftstellers entscheidend prägte. Nach dem Krieg befasste sich Böll vor allem mit den Gegenwartsproblemen der jungen Bundesrepublik. In seinen Büchern aus dieser Zeit bildete er das Lebensgefühl jener Generation - mit ihren politischen und sozialen Unsicherheiten - für die Nachwelt ab.

Bald darauf wurde er Mitglied in den wichtigen Gesellschaften für deutsche Sprache und Literatur: der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und dem P.E.N.-Zentrum, dem er später auch international vorstand. Sein Erfolg und sein politisches Engagemente stiegen gleichermaßen und er wurde neben Persönlichkeiten wie Camus, Picasso und Sartre zum internationalen Akteur und Friedensaktivist auf der Politik-kritischen Bühne. Die künstlerische Anerkennung gipfelte 1972 mit der Verleihung des Nobelpreises für Literatur in Stockholm. Alexander Solschenizin und Heinrich Böll Bild vergrößern Alexander Solschenizin und Heinrich Böll (© picture alliance/ dpa)

Seine politischen Anliegen machten ihn in den 80er Jahren zu einem Unterstützer der Partei der „Grünen“, als der er noch heute im Namen der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung sichtbar ist.

Böll starb vor 25 Jahren am 16. Juli 1985 in seinem Haus in dem kleinen Ort Langenbroich in der Eifel (Nordrhein-Westfalen). Hier hatte Heinrich Böll 1974 den Schriftsteller Alexander Solschenizin, der von der damaligen Sowjetunion ausgewiesen worden war, bei sich als Gast aufgenommen. In dem Haus können heute verfolgte Künstler Zuflucht finden und mit einem Stipendium für einige Zeit ungestört wohnen und arbeiten.

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